Yvonne Werner-Mees
 
 
 

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Von Fernweh und Sehnsucht

Chansonabend mit Yvonne Werner-Mees und Ulrich Nötscher im Lalu

Von Jörg Tölke
Hameln. Das Glück ist anders-wo. So der Name des Programms mit dem Yvonne Werner-Mees und Ulrich Nötscher am Samstagabend im Lalu zum Chansonabend luden. Mit begeisternder Bühnenpräsenz brachte Yvonne Werner-Mees dem Publikum im Lalu die Wehmut um Fernweh, Heimweh und Sehnsucht dar. Ganz in der Tradition der großen Chansonetten wurden jiddische und französische Chansons, argentinischer Tango, Musicalmelodien und Gedichte gebracht. Immer auf der Suche nach dem Zuhause und dem eigenen Ich.

Das Programm steht nicht von ungefähr unter diesem Titel, hat doch die Sängerin selbst erst nach langem Umherziehen in Hannover ein, zumindest einstweiliges, Zuhause gefunden. So kann sie die kleine Sehnsucht, die sich nie erfüllt, auch überzeugend dem Publikum vermitteln.

Die Texte und Chansons, die von Leere, Melancholie und der Sehnsucht nach Freiheit geprägt sind, unterstreichen den Satz, dass das Schönste an der Sehnsucht ist, dass alle sie haben. Dem wäre nichts hinzuzufügen, hätte es nicht auch eine fröhliche Seite des Programms gegeben, in der Beispielsweise die feine, hanseatische Dame aus Blankenese die Nordseeinsel Norderney als heiße Urlaubsinsel entdeckt, wo sie auch mal ganz normal sein darf und herrlich über den spitzen Stein stolpert.

Nach dem bekannten "Ick kieke, staune, wundre mir"(Klops Lied, K. Weill, Anm.) wird klar, dass oftmals fehlende Lebensziele auch durch fehlende Reiseziele ersetzt werden. Das dieses zu Fluchtphantasien führt, nimmt die Künstlerin beim Wort und geht zur Pause.

Ein Gang durch die Genres der Welt

Der zweite Teil des Programms verabschiedet sich weitestgehend vom Chanson und widmet sich dem Tango Argentino, dem Musical und der Poesie, bleibt jedoch dem Fernweh und der Suche nach sich selbst treu. Entsprechend der Auszug aus dem Musical "The Wizzard of Oz", in welchem die gute Fee beim Abschied mahnt, sich auf das zu besinnen, was einen selbst ausmacht, und an sich zu glauben. Wie sie es auch tut.

Das Gang durch die Genres war auch ein Gang um die Welt. Vom Warschauer Ghetto über das Berliner Milieu bis Buenos Aires und Paris führte das Programm und machte klar: Weltenbummler sind vereint in ihrer Sehnsucht und das Schönste daran ist, dass wir sie alle haben.

Deister und Weser Zeitung vom 11.11.2002