Yvonne Werner-Mees
 
 
 

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LASZIV MIT ROTER FEDERBOA
Hafen- und Hurenlieder mit Chansonette Werner-Mees und Pianist Nötscher

In einen Rotlichtbezirk verwandelte sich der Cotton Club der Kammgarn am Donnerstagabend: eine Sängerin und ein Pianist in einer Hafenbar. Vorder- und Hintergründiges, Eindeutig-zweideutiges enthielt das Programm. Von echten Huren-Klassikern wie "Enthüllungen einer Stripteasetänzerin" von Günther Neumann bis zum "Weihnachtsmann auf der Reeperbahn" (Georg Kreisler) reichte das Programm, das unter der Devise "Ein Viertel Rotlicht - Hafen- und Hurenlieder" stand. Im knallroten, hautengen Kleid posierte die Chansonette Yvonne Werner-Mees zunächst am Tresen, schminkte sich, machte die Haare zurecht und zeigte dabei viel Bein. Langsam schlenderte sie zur Bühne hin und spielte dabei lasziv mit ihrer roten Federboa. "Fallstudien über den Sündenfall" nannte sie ihre Lieder, und um Gier, Animalität, Kauf und Verkauf ging es dabei. Beim "Big Spender " räkelte sie sich auf dem Stuhl, wobei das Kleid immer höher rutschte. Ein verruchtes Zittern und Beben offenbart sich in der rauchigen Altstimme, die irgendwo zwischen Marlene Dietrich, Lale Andersen und Amanda Lear anzusiedeln ist. Als "Mignon vom Kietz" (Friedrich Hollaender) spielt sie die perfekte "Berliner Göre": mal naiv näselnd, mal verschüchtert-verschämt die Arme vor dem Schoß verschränkt, mal sinnlich zischelnd und raunzend und verführerisch flötend. Als "Stripteasetänzerin" quetscht sie die Vokale durch Gaumen und Nase, verfällt immer wieder in Sprechgesang und wirkt mit ihrem tiefen, vibrierenden Timbre von den Finger- bis in die Zehenspitzen sinnlich. Stimmlich nahezu perfekt erscheint die gelernte Schauspielerin aus Hannover, die nuanciert und differenziert ihre Chansons präsentiert... ...Kongenial und sehr einfühlsam begleitete der Ludwigshafener Ulrich Nötscher am Flügel.
Von Walter Falk (Rheinpfalz vom 4.5.2002)