Yvonne Werner-Mees
 
 
 

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GALERIE-THEATER / "Viertel Rotlicht": Hurenlieder und Zugaben für Yvonne Werner-Mees

Ein Hauch von Sünde lag in der Luft

(km) Ein Hauch von Sünde lag in der Luft, als am Sonnabend Yvonne Werner-Mees zu einem "Viertel Rotlicht" im Galerie-Theater eingeladen hatte. Der Titel war Programm: Hafen- und Hurenlieder hatte die Künstlerin aus Hannover zusammengestellt, am Klavier einfühlsam begleitet von Ulrich Nötscher.
Glänzend roter Fummel, Federboa um die Schulter, jede Menge Bein unterm kurzen Rock, sinnlicher Blick und laszive Bewegungen - schon war die optische Assoziation gegeben. Die Auswahl der Beiträge tat ein Übriges. Das war alles drin: Sehnsucht und Traurigkeit, Verbitterung und Enttäuschung, Kälte und Gier, die Hoffnung auf ein kleines Stück vom großen Glück. Nichts von der Hurenromantik à la Irma la Douce. Eher der Witz der Berlinerin, die "wat Schönes" träumt, die Sorgen einer Stripperin, die sich lieber an- als ausziehen würde oder die Überlegung einer Aminierdame, die von "alten, dicken Herren" lebt.
Dass Yvonne Werner-Mees nicht nur Sängerin, sondern auch Tänzerin und Schauspielern ist, zeigt sich in ihrem intelligenten und nuancenreichen Vortrag in der speziellen Mischung aus Spontanität und kalkuliertem Showappeal. Da sitzt jeder Blick, jede Geste, nimmt sie sich eher zurück, als dass sie zu viel macht.
Brecht ("Surabaya-Johnny") ist bei ihr ebenso zuverlässig aufgehoben wie das unvergleichliche Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", das Friedrich Hollaender einst für Marlene Dietrich schrieb. Ob die bekannten Klassiker, kesse Schlager, englische Hits oder französische Chansons - Yvonne Werner-Mees beherrscht ihr Repertoire. Sie singt vom Weihnachtsmann, der den Mädels von St. Pauli Geschenke bringt, von Matrosen, die in jedem Hafen eine andere Braut haben, von Frauen, die sich verkaufen "und die Kerle schöner saufen", von der Rinnsteinprinzessin, die es heute zum Vergnügen tut, aber "morgen kostet's wieder Geld". - Rosen am Ende und heftig erklatschte Zugaben.

Wolfsburger Allgemeine Zeitung vom 22.01.2001